Wissen heißt nicht glauben
Heißt glauben wirklich nicht wissen? Ich sage es mal so: Wissen heißt nicht glauben.
Wenn ich etwas zu wissen meine, entspricht meine Vorstellung von einer Gegebenheit nicht unbedingt der endgültigen Wahrheit. Wobei ich Wahrheit als das in alle Ewigkeit Gültige ansehe. Das, was man im Umgangssprachlichen als Wahrheit vertritt ist oft nicht mehr als ein vorübergehend Gültiges, eben Zeitgeschmack. Die Wahrheit, die Menschen, wie sie meinen, zu recht vertreten ist äußerst demokratisch. Es gilt etwas so lange als wahr, bis dass das Gegenteil bewiesen ist, und somit eine Mehrheit jenes als wahr ansieht. Wissen ist doch dann flexibel: heute gilt dieses und morgen vielleicht das andere.
Weiß ich dass die Sonne morgens aufgeht und abends unter? Dass Materie aus Molekülen besteht und diese wiederum aus Atomen? Ich will jetzt keine Aufzählung machen, aber bin überzeugt, dass ein gescheiter Kopf alles derartiges Wissen widerlegen kann. Unser Wissen besteht doch häufig nur aus sinnlicher Wahrnehmung oder aus logischen Schlussfolgerungen, und wir geben dann diesem Erkennen das Prädikat Wahrheit.
Alles Wissen, über das unsere Gesellschaft verfügt ist so was von mickrig. Würde die Welt nur aus dem zusammengehalten werden, was wir als Wissen ergründet haben, würde sie im Nu kollabieren. Nicht einmal alles zukünftige menschliche Wissen könnte das verhindern. Jetzt mal ehrlich, kann die heutige Wissenschaft eigentlich schon die Funktionsweise des einfachsten Atoms, des Wasserstoffatoms beschreiben? Wohl nicht.
Der Mensch weiß nichts. Er weiß nur dass er nichts weiß. Und jetzt kommt eine Aussage, die alles das, was Wissen nicht bieten kann, auf einfachster Art und Weise möglich macht:
"Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde."
Mit diesem Glauben mache ich auf überraschenderweise das möglich, wozu mein zuvor in Bezug auf Wissen beschriebenes nicht in der Lage war: es hält das ganze Universum so zusammen, wie es ist. Was ich glaube, muss ich nicht begründen. Es ist, wie es ist. Nur Wissen muss sich immer wieder von Neuem beweisen.
Wer will sich nun auf sein Wissen verlassen? Ich verlasse mich auf meinen Glauben!
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